Gärten sind verschieden

Die Entwicklung unterschiedlicher Gartenstile ist kein modernes Phänomen. Bereits die alten Römer pflanzten Buchsbaum um Gartenbeete, manchmal hielten Sie sogar ganze Baumschulen. Die Barockzeit schuf Gärten mit strenger Geometrie, der der englische Landschaftsgarten entgegen gesetzt wurde: als Inszenierung natürlicher Areale mit Flora, Wasserläufen und kunstvoll integrierten Pagoden, Einsiedeleien und Tempeln. Eine gewisse Ähnlichkeit damit haben chinesische Gärten, in denen viele der Pflanzen symbolischen Charakter haben und die wiederum japanische Gartenkunst beeinflussten. Sie setzt oftmals (etwa beim japanischen Steingarten) auf nur wenige Elemente, die umso stärker wirken, weil sie mehr Raum bekommen, um ihre Wirkung zu entfalten. Moderne Menschen können bei der Gestaltung ihres eigenen Gartens und der Auswahl des Gartenstils heute aus dem Vollen schöpfen. Westeuropäer beispielsweise richten den Blick nach Asien oder ans Mittelmeer, übernehmen Elemente mediterraner oder asiatischer Gärten. Sie richten den Blick auf Bergwelten und inszenieren Steingärten. Oder schauen in die Vergangenheit, um sich am Barock- oder am englischen Landschaftsgarten zu orientieren. Und sie wählen eine Formensprache für ihren Garten, die zu ihnen passt: etwa formal, architektonisch oder harmonisch gerundet. Und mitunter betrachten sie die Auswahl der bereits realisierten Stile wie einen Steinbruch, aus dem sie hier und da Material entnehmen, um ihren ganz eigenen, als Einheit wirkenden Garten zu bauen. Auch die Welt der Gartenstile ist ständig im Fluss. Und vielleicht verbindet auch Ihr Garten gekonnt Elemente, die bisher kaum miteinander verbunden waren? Eines ist bestimmt klar, jedes Land hat andere Sitten und so auch Geschmäcker, so kommt es, dass in jedem Garten, sei es in Spanien, Kolumbien oder Island, verschiedene Baustoffe verwendet werden.

 

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